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Motherwell FC vs Aberdeen FC

  1. Datum 17.03.2012, 15.00 Uhr
  2. Ort Motherwell
  3. Stadion Fir Park » Besuchte Spiele
  4. Liga 1. Liga SCO (Scottish Premier League)
  5. Ergebnis 1 : 0 (1 : 0)
  6. Zuschauer 4.637

Von englischem Lager, irischem Whiskey und schottischem Ale (8)

Am Donnerstag musste meine Freundin mal nicht im Pub arbeiten. Also suchten wir zur Abwechslung den lokalen Ableger meiner Lieblingspubkette auf, die zum alljährlichen „Real Ale Festival“ lud. Dabei werden für einige Wochen im ständigen Wechsel die unterschiedlichsten Ale-Sorten angeboten. Wir hielten uns an die Vertreter aus der Region. Mein Favorit: Ein pale ale mit dem vielversprechenden Namen „Aberdeen Granite“. Wider Erwarten leicht blumig im Geschmack. Danach ging es mal wieder ins Kino. Da meine Begleiterin gern den eingangs erwähnten Horrorfilm sehen wollte, den ich ja bereits kannte, ergriff ich die Chance, mich als unerschrockener Kerl zu geben. Dies gelang jedoch nur bedingt. Zur Beruhigung des Gemüts zogen wir uns dann zu später Stunde noch Green Street rein, woraufhin meine Freundin plötzlich Gefallen an meinem West Ham-Schal fand und diesen nur nach gutem Zureden wieder rausrückte. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, am Folgetag nach Frankfurt zu fliegen. Auf ein Heimspiel gegen die Audi-Truppe konnte ich gerade so verzichten, aber den Auswärtsauftritt in Frankfurt hätte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Bekanntlich kam alles anders. So ließ ich den bereits gebuchten Flug verfallen, was bei einem Preis von 15 € noch zu verschmerzen war. Schmerzhaft war aber der Preis, der nun für den kurzfristig gebuchten Rückflug nach Berlin fällig wurde. Zunächst blieb ich jedoch noch einen Tag in Aberdeen, bevor ich mich am Sonnabendmorgen nach einem traditionellen schottischen Frühstück im Pub von meiner Freundin verabschiedete und den Bus nach Glasgow bestieg.

Dort angekommen machte ich mich zu Fuß auf den Weg zu meiner Herberge. Dabei verließ ich mich einmal mehr ganz auf meinen Orientierungssinn, man kennt sich ja aus. Wie es dann oft so kommt, dauerte es mal wieder etwas länger, bis das Hostel ausfindig gemacht werden konnte. So blieb nur Zeit, das Gepäck einzuschließen, bevor es flotten Schrittes zur Central station ging. Doch all die Eile war umsonst, denn der Zug nach Motherwell hatte eine Viertelstunde Verspätung. So erreichte ich die Stadt des Stahls erst zum Kick-off. Obwohl ich diesmal sofort die richtige Richtung einschlug, konnte ich somit erst zur 15. Minute das Stadion betreten. Schottland hat viele schöne Stadien zu bieten, doch der Fir Park gehört mit Sicherheit zu den Schönsten. Und ich weiß, wovon ich spreche, immerhin wurde heute die Premier League zu ¾ komplettiert, hehe. Doch ich hatte kaum Zeit, mich richtig umzusehen, da erzielte Motherwell schon das Tor des Tages. Daraufhin steuerten die Spieler gezielt den an einem Ende der Gegengerade gelegenen Stimmungsblock an. Die dort versammelten Teenager blieben auch in der Folge recht aktiv. Kontinentale Melodien wechselten sich mit britischen Gassenhauern ab, bei denen auch schon mal das ganze Stadion mit einstieg. Die Gäste hingegen verfolgten das Geschehen schweigend im Sitzen. Sehr schade, hatte Aberdeen doch einmal mit den Red Ultras die älteste und lange Zeit einzige Ultrà-Gruppe auf der Insel vorzuweisen. Doch nach jahrelanger Schikane und Repression löste sich die 1999 gegründete Gruppe vor zwei Jahren auf. Der Anfang war jedoch gemacht. Mittlerweile haben andere Szenen, allen voran die Green Brigade von Celtic, nachgezogen und treiben den Ultrà-Gedanken weiter voran. In Motherwell scheinen sich die Dinge in eine ähnliche Richtung zu entwickeln. Dazu passen auch die zahlreichen „Motherwell Against Modern Football“-Aufkleber, die mir auf dem Rückweg zum Bahnhof ins Auge fielen.

Zurück in Glasgow holte mich noch einmal die nahe Vergangenheit in Form des St. Patrick’s Day ein. So wurde das Straßenbild von der Farbe Grün, aber auch durch zahlreiche Punks dominiert. Nach einem letzten Guinness im Pub raffte ich mich noch zu einem nächtlichen Stadtrundgang auf. Mittlerweile ist auch in Glasgow jeder Mast beklebt, wobei Rangers-Aufklebern nur eine kurze Lebensdauer beschienen sein dürfte. Das Motto der Straße lautet: The Kids Want Ultrà! Am Nachmittag des folgenden Tages setzte meine Maschine in der Hauptstadt der Bauern auf. Nun hieß es noch drei Stunden warten, bis meine Mitfahrgelegenheit mit dem Urlaubsflieger aus Ägypten gelandet war. Diese fuhr dann netterweise erst mal ohne mich los, ich hätte mich ja nicht mehr gemeldet. Zwar war per Kurznachricht das genaue Gegenteil vereinbart worden, aber egal. Immerhin kehrte das Pärchen nach meinem Anruf wieder um, besaß dann jedoch tatsächlich noch die Frechheit, 13 € statt der vereinbarten 10 € zu fordern. Schließlich waren sie ja jetzt 40 km mehr gefahren. Zu dem Zeitpunkt wollte ich nur noch nach Hause und hatte keinen Bock mehr auf längere Diskussionen. So willigte ich zähneknirschend ein und quetschte mich auf die Rückbank der kleinen Möhre. Doch kaum waren wir ein paar Meter gefahren, da blitzte es und mein Geld wanderte weiter in Väterchen Staats Tasche. Ich hätte beinahe laut losgelacht. Nach zwei Stunden stieg ich am Elbe-Park aus, womit meine Reise nach mehr als zwei Wochen ihr Ende fand. Rückblickend sind zwei Dinge festzuhalten: Zum einen, dass Ultrà auf der Insel im Kommen ist. Eine interessante Entwicklung, die es weiter zu beobachten gilt. Und zum anderen: Egal wohin man kommt, die Polen sind schon da. Und das ist auch gut so! In dem Sinne: Do zobaczenia!

Weltenbummler

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Kommentare

  1. brb 15.04.2012 | 22:49 Danke fürs berichten!
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