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Mit den Stadionrebellen in die Spielpause der SGD?

Am vergangenen Wochenende hat in der ersten und zweiten Bundesliga der Spielbetrieb wieder begonnen. Vor leeren Rängen, was für die meisten Fußballfans ein trauriges Bild gewesen sein dürfte. Ob unter solchen Bedingungen überhaupt ein regulärer Spielbetrieb stattfinden kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Noch nicht wieder eingegriffen in das Spielgeschehen hat die SG Dynamo Dresden, denn die Mannschaft steht nach mehreren positiven Corona-Fällen unter häuslicher Quarantäne und soll erst nach einer 14-tägigen Trainingspause in den Ligabetrieb zurückkehren. „Das ist Wettbewerbsverzerrung. Ich frage mich, ob man das mit renommierten Vereinen auch so gemacht hätte“, äußerte hierzu auch Ex-Nationalspieler Ulf Kirsten sein Unverständnis in der SportBild.

Nach Homeoffice-Training in den Abstiegskampf
Bis die Mannschaft wieder um Punkte für den Klassenerhalt kämpfen darf, steht somit nur Training im Homeoffice auf dem Programm. Dynamos Cheftrainer Markus Kauczinski möchte sein Team auch unter diesen Umständen möglichst professionell auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten. „Wie bei so vielen Dingen in dieser schwierigen Zeit ist auch hier wieder einiges an Kreativität und Anpassungsvermögen gefragt. Ich bin überzeugt, dass wir, wie in den Wochen zuvor, als Mannschaft im Home-Office das Beste aus der Situation machen werden“, äußerte sich der Chefcoach der SGD zur aktuellen Lage.

Der Dynamo-K-Block
Der Dynamo-K-Block mit klarer Botschaft an den DFB

Doch was bleibt den schwarz-gelben Fans in dieser Situation? Kein Spielbetrieb derzeit und selbst wenn die Mannschaft der SG Dynamo Dresden wieder auf dem Rasen aktiv wird, werden die SGD-Anhänger ausgeschlossen sein. Um die Zeit zu überbrücken bietet sich für viele ein Blick in fußballaffinen Lesestoff an. Zum Beispiel werden aktuell bei einigen Internethändlern die drei Bände von ‚Schwarzer Hals Gelbe Zähne‘ für jeweils nur 12,90 Euro oder das bekannte Standardwerk ‚Stadionpartisanen nachgeladen‘ für nur 17,90 Euro angeboten. Dazu kommt ein ganz druckfrisches Buch, was schon viel positives Feedback erhalten hat. Dabei handelt es sich um Stadionrebellen – Eine Geschichte der italienischen Ultrabewegung. Das Original brachte Pierluigi Spagnolo im Jahre 2017 in Italien auf den Markt. Und dieses Buch schlug für ein Werk über italienische Fankultur sensationell ein. Der Grund für diesen Erfolg dürfte sein, dass es sich um keinen Krawall-Schinken handelt. Es geht eben nicht nur um Hooligans und deren Auseinandersetzungen. Stattdessen wird der Fußball in Italien im Ganzen beleuchtet. Es wird aufgeklärt, wie die Leidenschaft auf dem Stiefel entstand und es wird auf die Anfänge der Ultrabewegung eingegangen.

Stadionrebellen wurde von Kai Tippmann ins Deutsche übersetzt
Aufgrund seiner Tiefe machte sich der deutsche Italienexperte Kai Tippmann – zum Beispiel bekannt durch die Übersetzungen von Tifare Contro sowie Cani Sciolti – daran, eine deutsche Version der Stadionrebellen zu erstellen. Nach monatelanger Arbeit ist diese nun seit einiger Zeit erhältlich und auch hierzulande erfreut sich das Buch bereits großer Beliebtheit.

Das neue Buch Stadionrebellen
Das neue Buch Stadionrebellen

Und so erklärt Kai Tippmann im Vorwort seiner Übersetzung der Stadionrebellen: „Es ist kein Buch, das darauf herumreitet, wieso Kurve X oder Y die beste Kurve aller Zeiten ist, aber man bekommt einen guten Überblick darüber, aus welchen Gründen die eigene Gruppe bald wichtiger wurde als der Verein oder das Spiel auf dem Rasen. Es wird die Repression behandelt, aber auch deren Ursachen. Es geht um Politik, Drogen, weibliche Ultra-Gruppen, Tiere im Stadion, Sonderzüge, Freundschaften und was die Leute heute noch antreibt weiter zu machen. Trotz allem.“

Weiterhin äußerte sich der Autor Pierluigi Spagnolo in einem Interview mit Erlebnis Fußball zu seinem Werk wie folgt: „Ich habe versucht, ein Jahrhundert des Supports beim Fußball in Italien zu rekonstruieren und dann habe ich mich auf die 50 Jahre konzentriert, in denen es die Welt der italienischen Ultras gibt, deren Beginn wir normalerweise 1968 mit der Gründung der Fossa dei Leoni bei Milan verorten.“
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