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Wie wird es mit dem Fußball weitergehen?

Die Corona-Krise hat den Sport und den Fußball ganz schön in die Knie gezwungen. Betroffen sind dabei vor allem auch die kleinen Vereine, die oft eine breite Nachwuchsarbeit leisten. Können sich die großen Fußballvereine auch bei Geisterspielen mit Sponsoring und vielen Vermarktungswegen am Leben erhalten, leben die kleinen Clubs maßgeblich von den Zuschauern, die ihren Stadionplatz bezahlen. Teilweise werden bis zu 80 Prozent der Einnahmen aus Stadionbesuchern generiert. Bei Geisterspielen gehen diese Einnahmen gegen Null. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich lokale Sponsoren zurückziehen, da sie durch die Corona-Epidemie selbst finanziell getroffen sind.

Kehren die Zuschauer zurück?
Aber nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen sind Geisterspiele keine Perspektive. Der Fußball lebt von der Leidenschaft der Fans und dem Erlebnis Stadion. Noch ist nicht absehbar, wann richtiger Fußball wieder möglich sein wird. Immerhin gibt es erste Vorbereitungen. Die DFL hat den Vereinen der Bundesliga und 2. Bundesliga mit einem Leitfaden zur Wiederzulassung von Zuschauern in die Stadien Empfehlungen gegeben. Damit wolle man die Klubs bei der Erarbeitung von standort-individuellen Konzepten unterstützen. Dabei sei die konsequente Einhaltung höchster Infektionsschutzstandards Grundvoraussetzung, um Fußballspiele mit Publikum wieder möglich zu machen. Eine auch nur teilweise Zulassung von Zuschauern solle laut DFL immer abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen sein. Auch für den Restart des Spielbetriebs im Amateurbereich liegt unterdessen ein Leitfaden vor. Unter dem Titel "Zurück ins Spiel" hat der Deutsche Fußball-Bund mit seinen Regional- und Landesverbänden ein entsprechendes Papier erarbeitet, das gleichfalls den Rahmen für individuelle Lösungen vor Ort bilden soll.

Virtueller Fußball als neue Chance?
Hier sträuben sich bei vielen die Nackenhaare. E-Sport als neue Alternative zu dem Spiel im Stadion. Es ist praktisch nur eine andere Art von Geisterspielen. Die Zuschauer sitzen hinter dem Bildschirm und die Spieler ebenfalls. Gespielt wird also nicht mehr mit einem richtigen, physischen Ball, sondern nur noch virtuell. Dass sich der Fußball dahingehend entwickeln würde, war vielen klar. Doch die Corona-Krise hat diese Entwicklung noch einmal ordentlich befeuert. In der Krise nahmen die virtuellen Spiele deutlich zu und es gab sogar immer mehr Fans. Die neuen E-Sportler bekamen teilweise mehr Likes als die Spieler auf dem Feld. Den älteren Fans dürfte das nicht behagen. Bei jungen Zuschauern hingegen ist das Interesse groß und sie haben oft nichts gegen das virtuelle Spiel auszusetzen. Die Bundesliga war die erste, die zurückkehrte und das virtuell und mit Geisterspielen.

Die nächsten Schritte
Derzeit sind die Vereine gefordert. Anhand des DFL-Leitfadens sollen die Klubs der 1. und 2. Bundesliga eigene „Standort-individuelle“ Konzepte erarbeiten. Diese müssten von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden. Wesentliche Punkte aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums sind dabei unter anderem die Reduzierung der Zuschauerzahl, um den Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten, ein Verzicht auf Stehplätze, Konzepte zur sicheren An- und Abreise sowie das Verbot von Alkohol im Stadion. Hierzu dürfte es einigen Diskussionsbedarf unter den Vereinen geben. Klar ist auch, dass eine Zulassung von Zuschauern vom regionalen Infektionsgeschehen abhängig bleiben wird. Von der organisierten Fanszene werden die Überlegungen kritisch gesehen. Die Vorgaben seien realitätsfern und praktisch kaum umsetzbar. „Alle oder Keiner“ lauten erste Reaktionen auf eine nur teilweise Öffnung der Stadien für Besucher.
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