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Die größten Traditionsclubs in der Regionalliga und ihre Chancen auf den Aufstieg

Regionalligen
Foto: Emilio Garcia / Unsplash

Dass Tradition nicht immer den sportlichen Erfolg garantiert, mussten bereits einige deutsche Fußballvereine am eigenen Leib spüren. Oftmals bleibt nur der Gang in den Amateurfußball, um sich finanziell und sportlich zu sanieren. Die Regionalligen in Deutschland sind gespickt mit Traditionsvereinen, die auf eine lange und bewegte Fußballgeschichte zurückblicken. In einem Mix mit jungen und aufstrebenden Vereinen sind zahlreiche Spiele gut besucht. Aufgrund der vielen Fans erfreuen sich natürlich auch Regionalliga Wetten großer Beliebtheit. Doch insgeheim träumen alle Anhänger natürlich vom Aufstieg und der Rückkehr in noch prestigeträchtigere Spielklassen.

Deutsche Regionalliga als Gefahr für Traditionsvereine
Zwar gelten die Deutschen Regionalligen im internationalen Vergleich als besonders attraktiv, nichtsdestotrotz stellen sie für Traditionsvereine eine besondere Gefahr dar. Denn während in der dritten Liga nach wie vor alles sehr professionell zugeht, bedeutet die Regionalliga das Aus für den Profifußball. Steigt ein Verein also aus der dritten Liga ab, werden automatisch die Verträge mit allen Spielern, dem Trainerteam und vielen Sponsoren nichtig. Faktisch bedeutet dies den finanziellen Ruin und einen Neustart des Vereins.
Dass dies keinesfalls ein Einzelfall ist, sieht man an namhaften Beispielen in den Regionalligen, die Insolvenz anmelden mussten. Während Alemannia Aachen 2006/07 noch in der Deutschen Bundesliga spielte, musste der Verein mittlerweile seinen Platz in der Regionalliga einnehmen und zwischenzeitlich Insolvenz anmelden. Der sportliche und finanzielle Fall kann also sehr schnell passieren und kein Verein darf sich in Sicherheit wiegen.
Auch die Kickers Offenbach konnten dem finanziellen Ruin in der Regionalliga nicht entkommen. Doch was auf der einen Seite für viele Vereine natürlich besonders schmerzlich ist, kann für Fußballfans besonders interessant sein. Denn in kaum einer anderen Regionalliga der Welt sind so viele Traditionsvereine vertreten wie in Deutschland. Selbst in diesen Amateurligen sind Hunderte oder Tausende von Zuseher keine Seltenheit.

Das System der Regionalligen
Die Regionalligen in Deutschland stellen die vierte Ebene des Fußballs in der Republik dar. Sie knüpfen direkt an die 3. Liga an und sind somit der Übergang zwischen Amateurfußball und Profisport. Teams der Regionalligen haben zudem die Möglichkeit, sich für den DFB Pokal zu qualifizieren. Dort können hochkarätige Gegner aus der Bundesliga warten und für viele Spieler kann es ein Match ihres Lebens bedeuten. Insgesamt gibt es in Deutschland fünf Regionalligen: Nordost, West, Südwest, Bayern und Nord. In den Regionalligen finden sich viele aufstrebende Clubs, die den Schritt zum Profisport wagen möchten. Doch auch zahlreiche Traditionsvereine mit glorreicher Vergangenheit fristen ihr Dasein in den Regionalligen.

Die Traditionsvereine der Regionalliga Nordost
Einer der größten Traditionsvereine in der Regionalliga Nordost ist der FC Energie Cottbus. Zwar ist der Verein im Vergleich zu anderen Vereinen noch nicht allzu alt, man blickt jedoch trotzdem auf eine bewegte Vergangenheit mit treuen Fans zurück. Denn der FC Energie spielte bereits mehrere Jahre in der Bundesliga. Umso frustrierender ist es für alle treuen Fans nun, dass der Verein sich aktuell in der Regionalliga befindet. Zwar war Cottbus bereits mehrmals nah am Aufstieg in die 3. Liga dran, gereicht hat es jedoch seit der Saison 2019/20 nicht mehr. Energie ist aber auch in diesem Spieljahr einer der Titelfavoriten und wird vermutlich ein Wörtchen mitzureden haben, wenn es um die Rückkehr in den Profifußball geht.

Die Traditionsvereine der Regionalliga Nord
Der VfB Lübeck wurde am 28. August 1919 als BSV Vorwärts Lübeck gegründet und ist seither aus der deutschen Fußballgeschichte nicht mehr wegzudenken. Der Verein hat Tausende Fans und über 1.000 Mitglieder. Für ein Team aus der Regionalliga ist dies durchaus ein beachtlicher Wert. Die Spiele werden im Stadion an der Lohmühle ausgetragen, das Platz für bis zu 10.800 Fans bietet. Das größte sportliche Highlight des Vereins war das Erreichen des Halbfinales im DFB-Pokal 2004. Dort wartete Werder Bremen und verhinderte letztendlich den Einzug in das Finale.

In Bremen sitzt auch gleich der nächste Traditionsverein der Regionalliga Ost. Zwar nicht Werder, dafür der Bremer SV, der bereits im Jahr 1906 gegründet wurde und gilt als Rekordmeister in Bremen. Zwar konnte der BSV nie wirklich große sportliche Erfolge feiern, umso erstaunlicher sind aber die breite Anhängerschaft und das lange Bestehen des Vereins.

Die Traditionsvereine der Regionalliga West
Der SC Fortuna Köln war lange Zeit nicht aus dem deutschen Profifußball wegzudenken. Stolze 26 Jahre konnte sich der Verein in der 2. Bundesliga halten, nachdem sogar zeitweise in der Bundesliga selbst gespielt wurde. Doch es folgte der finanzielle Abstieg und damit fehlten auch die sportlichen Erfolge. Fortuna Köln gelang es jedoch immer wieder, den Aufstieg in den Profifußball zu fixieren und das Team konnte zeitweise sogar in der 3. Liga um den Aufstieg spielen. Doch erneut folgte ein sportlicher Rückschritt und man findet sich aktuell in der Regionalliga West wieder. Die Chancen für einen Wiederaufstieg stehen dabei aber alles andere als schlecht. Denn immerhin ist es den Kölnern bereits mehrmals gelungen, sich erneut nach oben zu arbeiten.

Fast noch mehr Tradition in der Regionalliga West strahlt Preußen Münster aus. Der am 30. April 1906 als FC Preußen 1906 gegründete Verein spielte in seiner langen Geschichte eine Saison in der deutschen Bundesliga und konnte immerhin neun Saisons in der 2. Bundesliga verweilen. Auch in Liga 3 war man einige Zeit fixer Bestandteil. Nun befindet sich Preußen Münster auf dem besten Weg zum Wiederaufstieg. Nach einem 2. Platz in der vergangenen Saison soll dieses Jahr endlich wieder der Weg in den Profifußball gelingen.

Die Traditionsvereine der Regionalliga Südwest
In Aalen erinnert aktuell nur noch die Ostalb Arena mit einem Fassungsvermögen von 14.500 Zuschauern an sportlich glorreiche Zeiten. Denn der Traditionsverein war noch vor 10 Jahren in der 2. Bundesliga zu finden und musste mit der Zeit aber den Gang in den Amateurbereich antreten. In Aalen arbeitet man zwar hart am Wiederaufstieg, die Chancen stehen dennoch schlecht. Denn auch wenn die Fanszene nach wie vor sehr aktiv ist und die Mannschaft bei den Spielen unterstützt, fehlt es am sportlichen Erfolg und das Team findet sich immer wieder in der Tabellenmitte wieder.

Die Traditionsvereine der Regionalliga Bayern
Die Würzburger Kickers sind ein Verein in Bayern, der nahezu genauso viel Tradition wie der große FC Bayern München besitzt. Zwar ist man sportlich deutlich unter den Münchnern anzuordnen, die Würzburger Kickers existieren aber bereits seit 1907 und haben bis heute eine treue Fangemeinde. Nachdem man im letzten Jahr aus der 3. Liga abstieg, soll direkt heuer der Wiederaufstieg erfolgen.
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